Verhaltenstherapie
Neuropsychologische Therapie
Kostenübernahme
Zu meiner Person
Kontakt
Kontakt
   
 
Neuropsychologische Therapie

Was versteht man unter dem Fachgebiet Neuropsychologie?

Unter dem Begriff Neuropsychologie versteht man eine besondere Disziplin der Psychologie. Die Neuropsychologie beschäftigt sich mit den Funktionen des Gehirns. Funktionsstörungen, welche durch eine Schädigung des Gehirns entstehen, sind das Aufgabengebiet der klinischen Neuropsychologen. Hirnschädigungen können durch viele Ursachen wie z. B. durch ein Schädelhirntrauma (SHT), einen Schlaganfall, entzündliche Prozesse oder Sauerstoffmangel entstehen.

Neuropsychologische Beeinträchtigungen beziehen sich auf Störungen von Funktionen hinsichtlich der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses, der Sinneswahrnehmung oder des Planens und Handelns. Aber auch die Gefühlswahrnehmung und die Persönlichkeit gehören dazu. So kann es sein, dass die Betroffenen Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Situationen haben oder die Wiedereingliederung in die Schule bzw. das Arbeitsleben Probleme mit sich bringt.

Da man die Beeinträchtigungen dieser Funktionen einem Betroffenen zunächst nicht ansehen kann, könnte man sie auch als „unsichtbare Störungen“ bezeichnen.

Das Besondere an Schädigungen des Gehirns im Vergleich zu anderen Erkrankungen ist, dass ausgerechnet das Organ betroffen ist, welches uns bei der Verarbeitung der Beeinträchtigungen hilft.

Häufig treten Hirnschädigungen völlig unerwartet ein, z. B. durch ein Schädelhirntrauma nach einem Unfall. Die Betroffenen haben bis zu diesem Zeitpunkt in der Regel ein normales Leben geführt. Nun müssen sie mit den Folgen des Unfalls und den vorliegenden Beeinträchtigungen umgehen lernen und sich auf ein neues Leben einstellen. Dabei ist jede Hirnschädigung anders. Jedes Gehirn ist einzigartig. Jeder Rehabilitationsverlauf gestaltet sich unterschiedlich. Zudem empfindet und bewertet jeder Mensch die Beeinträchtigungen unterschiedlich.

Die bestehenden Beeinträchtigungen müssen daher immer im Zusammenhang mit der betroffenen Person und der dazugehörigen gesamten Lebenssituation und Biographie bewertet werden. Es gilt herauszufinden, wo bei jedem Einzelnen Grenzen aber vor allem auch Möglichkeiten bestehen.

Die Beeinträchtigungen sind abhängig davon, wann welche Hirnschädigung aufgetreten ist, sowie wo und in welchem Umfang das Gehirn geschädigt wurde. Ob die Beeinträchtigungen sich wieder verbessern lassen und wenn ja, in welchem Maße, hängt ebenfalls von einigen Faktoren ab, wie z. B. dem Alter des Betroffenen und der Unterstützung im sozialen Umfeld.

Je früher eine neuropsychologische Behandlung nach einer Hirnschädigung beginnt, umso größer sind die Chancen, dass sich Funktionsbeeinträchtigungen wieder verbessern lassen.

Schwierigkeiten im Alltag

Oft werden kognitive Beeinträchtigungen in der Reha-Einrichtung noch nicht offensichtlich. Hier haben die Patienten einen geregelten, gut „beschützten“ und strukturierten Alltag. Je mehr die Betroffenen wieder im eigenen Haushalt zurechtkommen müssen, desto deutlicher können Schwierigkeiten hervortreten. Relativ unerwartet können die Betroffenen Tätigkeiten, welche vor der Hirnschädigung selbstverständlich für sie waren, nun überfordern oder sie vor Probleme stellen. Vielleicht können sie die Termine für den aktuellen Tag nicht richtig koordinieren oder wissen nicht mehr, wie sie von der Arztpraxis aus nach Hause kommen. Oder sie können einem Gespräch nicht mehr richtig folgen, wenn gleichzeitig das Radio läuft. Möglich ist auch, dass sie sich in bestimmten sozialen Situationen völlig unangemessen verhalten, aufbrausender reagieren als früher oder selbst gar nicht erkennen, dass sie Schwierigkeiten im Alltag haben.

Grundsätzlich können die Schwierigkeiten im Alltag für den Betroffenen zunächst verwirrend und frustrierend sein; diese zu akzeptieren und durch therapeutische Maßnahmen zu behandeln stellt die Menschen mit einer Hirnschädigung vor eine große Herausforderung.

Die Neuropsychologen helfen deshalb dabei, Funktionsbeeinträchtigungen durch Hirnschädigungen festzustellen, den Betroffenen und die Angehörigen aufzuklären und zu unterstützen, sowie kognitive Beeinträchtigungen zu behandeln, um möglichst gut mit den bestehenden Schwierigkeiten und deren Folgen im Alltag umgehen zu lernen.

Diagnostik

Neuropsychologen untersuchen die Funktionen des Gehirns mit speziellen Verfahren (Neuropsychologische Diagnostik), z. B. Gedächtnistests und bewerten die Auswirkungen der Funktionsstörungen auf das Erleben und Verhalten der Betroffenen und ihrer Umwelt. Die neuropsychologische Diagnostik erfasst dabei nicht nur die Beeinträchtigungen, sondern auch die erhaltenen Funktionen und bildet so die Grundlage für eine anschließende Therapie.

Therapie

In einer Neuropsychologischen Therapie können Methoden angewandt werden, welche durch gezieltes Training die Wiederherstellung der beeinträchtigten Funktionen ermöglichen (Restitution), oder diese durch andere, intakte Funktionen ausgleichen sollen (Kompensation). Auch der Einsatz von externen Hilfsmitteln (z. B. technische Geräte) zur Veränderung oder Anpassung der Umwelt gehört zur Behandlung.

Die Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung gehört ebenfalls zum Aufgabenfeld der Neuropsychologischen Therapie. Eine neurologische Erkrankung oder neurologische Unfallfolgen können ein depressives oder ängstliches Erleben und Verhalten begünstigen, welches im therapeutischen Gespräch bearbeitet werden kann.


Quellenhinweis: Mit freundlicher Genehmigung der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung, aus der Informationsbroschüre „Neuropsychologische Beeinträchtigungen nach einem Schädelhirntrauma“
Home | Impressum | Datenschutz